Strategisches Verhalten bei Black-Jack-Turnieren -

Strategisches Verhalten bei Black-Jack-Turnieren



Nehmen wir beispielsweise das Teilen (Splitten). Das Teilen von zwei Zehnen, das auf Dauer dem Spieler einen großen Nachteil beschert (er verliert bis zu 10% seiner Einsätze bei dieser Konstellation), hat durchaus seine Berechtigung im Turnier-Black-Jack. Wenn sich gegen Ende eines Turniers die Gelegenheit bietet, einen Konkurrenten (oder mehrere) mit dem Teilen von zwei Zehnen – egal, gegen welche Aufkarte der Bank – noch zu schlagen, muss der Spieler diese Option wahrnehmen, wenn er sonst keine Chancen mehr auf einen guten Platz hat. In Extremsituationen muss der Spieler jede Möglichkeit zum Teilen nutzen, wenn es die aktuelle Lage erfordert. Dazu gehört z.B. auch das Splitten von zwei Sechsen gegen eine 10 oder ein Ass der Bank.

Im Gegensatz zu diesen berechtigten Splits kann man aber immer wieder beobachten, wie Teilnehmer an Black-Jack-Turnieren „auf Teufel komm raus“ jede Gelegenheit wahrnehmen, zwei Karten zu splitten, und zwar auch schon mit dem ersten Spiel. Dieser „Teilungswahn“ ist schon vielen zum Verhängnis geworden, weil sie sich schon zu Beginn der Turnierrunde durch hektisches Teilen in eine schlechte Ausgangsposition gebracht haben. In der Regel fällt die Entscheidung über Weiterkommen oder Ausscheiden im letzten Drittel einer Spielrunde. Wenn sich nun ein Teilnehmer durch mehrere missglückte Teilungen schon nach wenigen Coups um alle Chancen gebracht hat, reduziert er seine Chancen auf das Weiterkommen in die nächste Runde ganz beträchtlich. Ähnliches gilt auch für das Verdoppeln. Hier ist ebenfalls zu beobachten, dass jede Möglichkeit wahrgenommen wird, wenn sie sich bietet. In diesen Fällen ist vor allem in den letzten Spielen Vorsicht geboten. Der Spieler, der Gelegenheit zum Verdoppeln erhält, muss genau abwägen, wie sich das Ergebnis dieses Spiels auswirkt auf seine Position. Wirft ihn eine verlorene Verdoppelung im Vergleich zu den Mitspielern so weit zurück, dass er fast alle Chancen auf das Weiterkommen einbüßt? Oder reicht es vielleicht zum Weiterkommen, wenn er nur einfach gewinnt und auf die Verdoppelung verzichtet?

Verdoppeln bei Black-Jack-Turnieren

Jeder, der schon einmal an Black-Jack-Turnieren teilgenommen hat, konnte schon Spieler beobachten, die Entscheidungen getroffen haben, die normalerweise als „verrückt“ bezeichnet werden. Alle diese Entscheidungen haben eines gemeinsam: Die Wahrscheinlichkeit steht gegen den Spieler. Aber warum trifft er diese Entscheidungen? Die Antwort lautet: Nur aus Verzweiflung! Die einzige Chance, eine Runde zu gewinnen, ist eine „verrückte“ Entscheidung. Derartiges Verhalten ist auch beim Verdoppeln zu beobachten, wenn ein Spieler einfach gezwungen ist zu verdoppeln, wenn er nicht alle Chancen einbüßen will. Betrachten wir einmal die Konstellation: Spieler hat neun Punkte, die Bank zeigt eine Sieben. Viele Spieler betrachten diese Hand nicht in dem Sinne, dass hier eine alternative Strategie eingesetzt werden könnte. Sie ziehen automatisch, ohne an eine mögliche Verdoppelung zu denken. Aber Ziehen oder Verdoppeln liegen in dieser Konstellation sehr eng beieinander. Wenn der Spieler zieht, bis er 17 Punkte oder mehr hat, oder sich überkauft, wird er netto 15 bis 16 Einsätze pro 100 Versuche gewinnen. Wenn er verdoppelt, wird er 13,5 Einsätze pro 100 Versuche gewinnen. Auf lange Sicht ist es also günstiger, mit neun Punkten gegen eine 7 der Bank zu ziehen als zu verdoppeln. Aber manchmal kann eine erfolgreiche Verdoppelung bei dieser Konstellation dazu führen, dass der Spieler im Spiel bleibt bzw. eine Runde oder gar ein Turnier gewinnt.

Im Laufe eines Turniers stellen sich viele Spieler viele Fragen

Soll ich ein bestimmtes Manöver jetzt oder später starten? Wenn ich es jetzt starte, wie werden meine Mitspieler reagieren? Wie wird sich meine Lage ändern, wenn sie reagieren? Hat meine Verdoppelung einen positiven Erwartungswert, selbst wenn das Ziehen auf lange Sicht besser ist? Wenn ich jetzt abwarte, wie viele Hände kann ich spielen, bis ich alles riskieren muss? Werde ich später bessere Hände erhalten als gegenwärtig?

Jede Situation ist unterschiedlich, aber eines steht fest: Es ist besser, eine Hand zu verdoppeln, die mehr als 50% aller Fälle gewinnt, als eine Hand mit einer negativen Erwartung, z.B. mit neun Punkten gegen eine 10 der Bank. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Situationen, in denen ein Verdoppeln nicht zweckmäßig wäre. Dies kann in Fällen passieren, in denen ein Spieler z.B. einen Vorsprung hat, der ausreicht, auch mit einem einfachen Gewinn weiterzukommen, während der Verlust einer Verdoppelung ihn zurückwerfen würde. Man sieht, die Basisstrategie innerhalb eines Black-Jack-Turniers ist nicht immer die richtige Strategie. Sie zielt auf langfristige Wahrscheinlichkeiten ab, die während eines Turniers mit 21 oder 28 Spielrunden kaum oder gar keine Auswirkungen haben. Die Teilnehmer an einem Black-Jack-Turnier hingegen müssen kurzfristig Erfolg haben und daher alle Möglichkeiten ausschöpfen, das Turnier zu gewinnen bzw. die nächste Runde zu erreichen.

Drei Regeln für den dauerhaften Erfolg bei Black-Jack-Turnieren

  1. Optimale Spielstrategie: Basisstrategie oder eine vergleichbare Strategie
  2. Optimales strategisches Verhalten
  3. Das Wissen, wann man eine Teilungs- bzw. Verdoppelungsoption wahrnehmen muss und wann nicht