Verdoppeln und Teilen Teil 1 - CasinoClub-Austria

Verdoppeln und Teilen Teil 1



Der normale Black Jack-Spieler, der nach der Basisstrategie spielt, nimmt in der Regel jede gebotene Möglichkeit zum Verdoppeln und Teilen wahr. Das geht in Extremfällen sogar so weit, dass auch Zehner geteilt werden oder mit 9 oder 10 Punkten gegen eine Zehn des Croupiers verdoppelt wird, was sich natürlich auf Dauer stark negativ für den Spieler auswirkt.

Aber wie steht es mit den im Rahmen der Basisstrategie angebotenen Optionen? Ist es tatsächlich vorteilhaft, seinen Einsatz zu verdoppeln bzw. Karten zu teilen, wenn die Möglichkeit dazu besteht? Zunächst wollen wir einige Konstellationen beim Verdoppeln analysieren und sie auf ihre positiven bzw. negativen Auswirkungen für den Spieler untersuchen.

Wie sollte sich beispielsweise ein Spieler verhalten, der mit seinen ersten beiden Karten 11 Punkte hat und die Bank eine Zehn aufgedeckt hat?

Viele Experten sind der Ansicht, dass immer dann verdoppelt werden sollte, wenn die Punktzahl, die sich aus den beiden ersten Karten ergibt, mindestens um einen Punkt höher als die Aufkarte der Bank ist. In unserem Beispiel hat die Bank mit der 10 eine sehr starke Karte aufgedeckt, die häufig zu einem Endergebnis von 20 Punkten führt. Unser Spieler müsste also eine 10 ziehen, um die Bank zu schlagen. Eine Zehn wird er aber nur im Durchschnitt in 4 von 13 Fällen bekommen, d.h. er hat einen Vorteil von 31%, was nun wirklich nicht überwältigend ist. Aus diesem Grunde ist es bei der geschilderten Konstellation auf jeden Fall besser, nicht zu verdoppeln und auf jeden Fall noch eine weitere Karte bzw. weitere Karten zu ziehen. Wie sieht es aus, wenn die Bank eine 9 aufgedeckt hat, und der Spieler mit seinen ersten beiden Karten 10 Punkte erzielt hat? Auch hier sagen die meisten Fachleute, dass auf jeden Fall verdoppelt werden sollte. Aber wenn man von einer Endpunktzahl von 19 für die Bank ausgeht, was häufig der Fall ist, bleiben nur 5 von 13 Karten (ein As und vier Zehnen), die zu einem Gewinn führen. Eine 9 würde einen stand-off (Gleichstand) bewirken. Das sind insgesamt 6 von 13 Karten, also weniger als 50%. Warum sollte man sich auf eine Wette einlassen und dazu noch seinen Einsatz verdoppeln, bei der man auf Dauer weniger als 50% Chancen auf einen Gewinn hat?

Ganz allgemein gesagt, sollte man niemals gegen eine Aufkarte der Bank verdoppeln, wenn Spieler (mit seinen ersten beiden Karten) und Bank die gleiche Punktzahl haben bzw. die Bank einen Punkt weniger aufweist. Aber auch bei der Konstellation Aufkarte der Bank eine 8 versus Punktzahl des Spielers 10, ist beim Verdoppeln Vorsicht geboten. Unter der Annahme, dass die Bank 18 ziehen wird, braucht der Spieler eine 9, eine 10 oder ein As, um zu gewinnen. Auch in dieser Situation hat er nur einen Vorteil von 46%, der selbstverständlich auch keine Rechtfertigung für das Risiko darstellt, seinen Einsatz zu verdoppeln.

Beim Teilen gibt es ebenfalls bestimmte Situationen, in denen der Spieler auf Dauer besser fährt, indem er auf das Teilen verzichtet, auch wenn die Experten etwas anderes raten. Sehr verbreitet ist z.B. die Empfehlung, zwei Achter gegen eine Zehn der Bank zu teilen. Einmal abgesehen von der Tatsache, dass auch hierbei durch das Teilen kein echter Vorteil gegeben ist, kann es passieren, dass der Spieler eine weitere Acht bekommt, die Casinoregeln aber nur ein zweimaliges Teilen erlauben. In diesem Fall kann er nicht erneut teilen und muss zusehen, wie er mit den erzielten 16 Punkten (eine schlimme Hand!) fertig wird. Mit anderen Worten, auch die Regeln, die in einem Casino Gültigkeit haben, sind von Bedeutung bei bestimmten Entscheidungen.

Auch das Teilen von Sechsen gegen eine kleine Aufkarte der Bank (2, 3, 4, 5 oder 6) ist allgemein üblich und wird in der Fachliteratur empfohlen. Wobei man davon ausgeht, dass die Bank sich aufgrund ihrer ungünstigen Aufkarte überkaufen wird. Dabei werden jedoch zwei ganz entscheidende Aspekte übersehen. Zum einen entsteht aus einer Sechs häufig ein Stiff (12, 13, 14, 15 oder 16 Punkte), die schlimmste Kartenkombination, die es gibt. Auf der anderen Seite überkauft sich die Bank zwar oft nach Aufdecken einer kleinen Karte – dabei am häufigsten bei einer Sechs – aber auch hier nur in 42% der Fälle!

So stellt sich erneut angesichts der unbestreitbaren Fakten die Frage, ob es klug ist, ein doppeltes, dreifaches oder gar vierfaches Risiko (bei mehrmaligem Teilen) einzugehen, wenn die Chancen auf einen Gewinn weniger als 50% betragen. Die vorstehenden Argumente treffen auch auf das Teilen von Vieren zu, eine Variante, die sich ebenfalls auf Dauer negativ für den Spieler auswirkt, weil er dazu noch eine akzeptable Anfangshand von 8 Punkten zerstört. Auch das Teilen von Siebenen gegen eine 7 der Bank ist problematisch. In den meisten Fällen wird der Spieler einen stand-off erreichen; selten gelingt es ihm, diese geteilten Hände zu gewinnen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird der aufmerksame Leser ins Grübeln kommen, haben doch ausgedehnte Computersimulationen in den letzten Jahren und Jahrzehnten bewiesen, das Verdoppeln und Teilen auch in den vorstehend geschilderten Situationen nur Vorteile bieten. Das stimmt hundertprozentig und zwar in der Theorie! Wir haben in diesem Zusammenhang schon wiederholt darauf hin gewiesen, dass beim Black Jack zwischen Theorie und Praxis ein großer Unterschied besteht. Die durchgeführten Computersimulationen und Berechnungen beruhen alle auf der theoretischen Zufallsverteilung der Karten, die jedoch in der Praxis zumindest bei Mehrkartenspielen die Ausnahme ist. Hier kommt es immer wieder aufgrund der völlig unzureichenden Mischung der Karten zu Phänomenen wie lange Folgen gleichwertiger Karten oder ausgeprägte Wechsel von hohen und kleinen Karten usw., was eben nicht dem entspricht, wie es im Buch steht. Auch bei Mischmaschinen sind diese Erscheinungen zu beobachten.

Was bedeutet nun dieser Tatbestand für das Verhalten des Spielers, wenn er mit Situationen konfrontiert ist, bei denen er die Entscheidung Verdoppeln oder nicht bzw. Teilen oder nicht treffen muss? Er muss versuchen, sich an dem momentanen Spielablauf zu orientieren. Er muss sich angewöhnen, zusätzlich zu der Basisstrategie bzw. seiner eigenen Strategie auf bestimmte Erscheinungen/Phasen zu achten und diese in seine Strategie zu integrieren. Dazu braucht er natürlich eine gewisse Erfahrung, die nicht von heute auf morgen kommt. Einmal abgesehen davon, kann er auch mit einem einfachen Hilfsmittel beginnen. Er spielt seine Strategie und merkt sich, ob seine Verdoppelungen oder Teilungen Erfolg hatten oder nicht. Sobald er eine Verdoppelung (Teilung) verloren hat, verdoppelt bzw. teilt er so lange nicht, bis er theoretisch wieder erfolgreich gewesen wäre. Er wartet also ein theoretisches Plus ab und verdoppelt und teilt dann wieder, bis ihn erneut ein Minus trifft.

Da das Black Jack-Spiel aufgrund der unzureichenden Mischungen dazu neigt, ausgeprägte rhythmische Verläufe zu produzieren, wird es auch häufig zu langen Plus- aber auch Minusphasen beim Verdoppeln und Teilen kommen. Das ist besonders wichtig in den Fällen, in denen gar nichts am Tisch läuft. Durch Abwarten des ersten theoretischen Treffers kann der Spieler vor allem in diesen Situationen viele Fehlsätze vermeiden. Selbstverständlich gibt es auch Passagen, in denen sich keine klare Tendenz abzeichnet. Aber diese sind eindeutig in der Minderzahl. Auf jeden Fall trägt die selektive Handhabung dieser beiden Optionen zur Ergebnisverbesserung bei.